Frank Miller ist der Superstar der amerikanischen
Comic-Industrie. Als einfacher Zuarbeiter aus dem Zeichner-Stall des
Großverlags Marvel zog er mit seinem originellen und prägnanten Strich
alsbald die Aufmerksamkeit der kreativen Oberen auf sich und wechselte
in den frühen Neunzigern ins Autorenlager. Zusammen mit Zeichner David
Mazzucchelli schuf er mit „Daredevil: Born Again“ Ende der 80er einen
modernen Klassiker, der das Superhelden-Genre nachhaltig erschütterte.
Aber seine großen Werke sollten noch vor ihm liegen. Wieder mit
Mazzucchelli am Zeichentisch revolutionierte er für DC mit „Batman: Year
One“ das angestaubte Batman-Franchise, und legte mit dem apokalyptische
düsteren „Dark Knight Returns“, das er diesmal auch wieder selbst
zeichnete, einen Meilenstein der postmodernen Superhelden-Graphic-Novel
vor. Nachdem er viele Jahre Comic-Charaktere, die andere erfunden haben,
weiterentwickelt und nachhaltig verändert hatte, dürstete es den
mittlerweile zum Branchenstar avancierten Miller nach eigenen
Geschichten.
Für
den US-Verlag Dark Horse entstanden in den 90ern die stärksten und
visionärsten Arbeiten Millers, an der sich die Comic-Zunft heute noch
misst. Die Dystopien „Hard Boiled“ (mit „Matrix“-Designer Geof Darrow)
und „Give Me Liberty“, von „Watchmen“-Zeichner Dave Gibbons kongenial
umgesetzt, zeigten Miller als zynischen Pop-Propheten und
Konsumwahn-Spötter. Es sollten aber immer die Werke sein, die Miller
auch grafisch selber umsetzte, die sein herausragendes Talent als
Erzähler und Erneuerer unter Beweis stellten: Die Crime-Noir-Reihe SIN
CITY, in der Miller in loser Folge unterschiedlichste Protagonisten in
einer korrupten und gewalttätigen Großstadt auf die Jagd nach Glück,
schnellem Geld oder Erlösung schickte, gilt als eine der besten
Comic-Serien aller Zeiten. Und mit dem Spartaner-Epos „300“, das die
historische Schlacht einer kleinen Schar Spartaner gegen ein gewaltiges
Heer persischer Invasoren nacherzählt, wurde zu einem seiner größten
Erfolge und sicherte ihm drei der renommierten „Eisner“-Awards.
Im
neuen Jahrtausend zog es den Comic-Revoluzzer nach Hollywood. Zusammen
mit dem Newcomer-Star Robert Rodriguez („Predators“) setzte er sein
bekanntestes Werk SIN CITY als imposantes und inhaltlich wie optisch
werktreues Neo-Noir-Starvehikel um. Miller schrieb die Drehbuchadaption
und teilte sich den Regiestuhl mit Rodriguez. 2007, zwei Jahre später,
kam eine andere Miller-Adaption in die Kinos, die sich auch zu einem
phämenalen Erfolg entwickelte: Die CGI-Schlachtplatte „300“, die den
damals noch unbekannten Regisseur Zack Snyder zu den Topp-Verdienern
Hollywoods katapultierte. 2008 setzte Frank Miller als Drehbuchautor und
Regisseur das Werk seines größten Vorbilds, Will Eisners THE SPIRIT,
für die Leinwand um. Der Erfolg von SIN CITY blieb allerdings aus.
Aktuell arbeitet Miller an einem Prequel von „300“ mit dem Titel XERXES,
für das Zack Snyder wieder die Filmrechte optioniert hat. Ein zweiter
SIN CITY-Film nach dem Band „Die Braut, für die man mordet“ ist bereits
auch in Planung. XERXES soll 2011 in den USA erscheinen und wenig später
auch in Deutschland bei Cross Cult.
Von Frank Miller sind bei Cross Cult erschienen: SIN CITY 1-7, „300“ und HARD BOILED.
Für 2011 sind Neu-Editionen der SIN CITY-Reihe mit neuem Cover-Artwork von Miller geplant.
















