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Erscheinungsdatum:
 10.06.2009
M - Eine Stadt sucht einen...
 
von Jon J. Muth
16x24, 
Hardcover, 
vierfarbig, 
208 Seiten, 
Preis: 25,00 €
ISBN
 978-3-941248-20-5
„Immer muss ich durch Straßen gehen, und immer spür ich, es ist einer hinter mir her. Das bin ich selber!"
Peter Lorre als namenloser Mörder M in Fritz Langs Kinoklassiker

Fritz Langs erster Tonfilm aus dem Jahre 1931, M – Eine Stadt sucht einen Mörder, gilt als Meilenstein des expressionistischen Kinos und als eines der bedeutendsten Werke des deutschen Films. Peter Lorres Darstellung des wahnsinnigen Kindermörders, der eine deutsche Großstadt in den 20er Jahren in Aufruhr versetzt und nach einer erfolglosen Treibjagd durch die Polizei von den versammelten Kräften der Unterwelt-Kartelle zur Strecke gebracht wird, ist eine der packendsten schauspielerischen Leistungen des jungen deutschen Kinos.

Der US-amerikanische Comic-Künstler und Illustrator Jon J. Muth („Sandman: Das Erwachen“) hat aus der kinematografischen Vorlage eine gleichermaßen betörend schöne und verstörende Graphic Novel gemacht. Die kollektive Paranoia, den beseelten Ton, der sich als Quasi-Protagonist in Form von Abzählreimen, der emblematischen Melodie, die der Mörder auf der Suche nach neuen Opfern summt, des verängstigte Geschnatters der besorgten Bürger und der wütenden Kakophonie der Stimmen der Unterwelt-Häscher manifestiert, die Darstellung einer denunziatorischen, verschreckten Gesellschaft am Vorabend der Machtübernahme der Faschisten und die kühl distanzierte Inszenierung im Stil der „Neuen Sachlichkeit“– das alles überträgt Muth in seinem grafischen Stil aus verblasst verfremdeten Fotorealismus in das Medium Comic und erweitert den filmischen Stoff um neue bildliche und narrative Tiefen.
Ein Graphic Novel-Meisterwerk, das zum ersten Mal vollständig und in edler Hardcover-Aufmachung auf Deutsch erhältlich ist.

Mit einem exklusiven, für diese Ausgabe entstandenen Vorwort des Filmkritikers Georg Seeßlen und zusätzlichen redaktionellen Seiten.
3Sat Homepage: "(...)Es entstand eine Graphic Novel in einer eigenen, einzigartigen Sprache. Sein Pfeifen verrät schließlich den Kindermörder. Ein Blinder erkennt die Melodie. Jagte die ganze Stadt bislang ein Phantom, so hat der Mörder jetzt ein Gesicht, und die Meute will seinen Kopf. Für Regisseur Lang war der Film ein Kommentar zur schleichenden Nazifizierung und der Verrohung der deutschen Gesellschaft. Mit seiner Interpretation von "M - Eine Stadt sucht einen Mörder", erschienen bei Cross Cult, lässt Jon J. Muth Grenzen verschwimmen. Comic, Gemälde, Fotografie, Film: Scheinbar selbständige Disziplinen verschmelzen zu einer Einheit."                                                                                                      Besprechung auf comic-check.ch:

"(...)Der trotz reichhaltigem Oeuvre hierzulande bislang kaum ins allgemeine Bewusstsein gedrungene Amerikaner Jon J Muth hat sich an dieses ambitiöse Projekt gewagt. Er präsentiert unter gleichem Titel eine eindrückliche Neufassung des Stoffs, die – entstanden Anfang der 90er-Jahre – nun endlich auch auf Deutsch in einer Gesamtfassung vorliegt. Ausgehend von bearbeiteten Fotos von durch Freunden und Familienangehörigen nachgestellten Szenen aus dem Film ist Muth ein originäres Werk gelungen, in dem sich Langs Vorlage wie in einem Prisma spiegelt und das auch ein neues Licht auf die im Prinzip unbegrenzten Möglichkeiten des Mediums Comic wirft. Die mit etwaigen Farbtupfern für Schlüsselgegenstände versehenen Bilder in Schwarzweiss- und Sepiatönen verblüffen und irritieren zugleich mit ihrem in unterschiedlichen Graden verfremdeten Fotorealismus.(...)"Am 12.7. wurde in der Sendung Plan B des WDR-Senders 1LIVE ein Beitrag von Bastian Biet über "M" gesendet.                                                               Online gibt es einen Artikel zu dem Thema:

"(...)Es gibt sicherlich angenehmere Themen, wenn man sich abends mit einem Comic ein paar nette Stunden machen will. Trotzdem sollte man sich M nicht entgehen lassen. Während der Film von Fritz Lang für die heutige Sehgewohnheit des Zuschauers ab und an zu behäbig und langsam daherkommt, ziehen die Bilder von Muth den Leser wie ein Sog in die Geschichte hinein. Die zeichnerische Umsetzung ist so bildgewaltig, dass man immer wieder vergisst weiterzublättern und einfach nur wie gebannt draufgucken kann. Dabei gehört zu seiner größten Leistung, dass man einfach nicht weiß, was man da vor sich hat. Zählt das zu Fotographie, zur Gattung der Zeichnung, oder ist es eine neue Form der Montage? Wahrscheinlich ist es eine Mischform. Also etwas ganz Neues und damit ganz weit vorn."

Jon J. Muth
Der Amerikaner Jon J. Muth gehört zu den Pionieren der Graphic Novel und hat sich schon Zeit seines Künstlerlebens für einen artistischen Zugriff auf das Medium Comic eingesetzt. Die New York Times beschrieb seine Wasserfarben-Illustrationen als "unaufdringlich bahnbrechend". Muth schrieb und bebilderte zahlreiche Kinderbücher. Unter anderem illustrierte er "A Family of Poems", einen Gedichtband für Kinder von der John F. Kennedy-Tochter Caroline Kennedy, eines der meist verkauften Kinderbücher der letzten Jahre.

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